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Für viele Menschen ist der Gang zum Friedhof verbunden mit lästigen Pflichten. Die Pflanzen müssen gepflegt, der Grabstein gereinigt werden, das Laub der großen Bäume muss entfernt werden und schon wieder hat jemand etwas von der Grabstätte gestohlen. Bei allem Aufwand und Ärger sollten wir aber nicht vergessen, dass eine Grabstätte auch eine heilsame, kraftspendende und hilfreiche Wirkung auf unser Leben haben kann.

Immer wieder ist zu hören: „Ich will meinen Angehörigen nicht zur Last fallen und möchte deshalb anonym bestattet werden." Sind unsere Toten nur Last? Wie wenig achtet sich ein Mensch selbst, um diesen Satz zu sagen!

Die Grabstätte ist wichtig, nicht nur für die nachfolgenden Generationen, sondern auch für Freunde und Nachbarn. Sie hält die Erinnerung an den Verstorbenen wach und hilft, mit der Trauer besser weiterleben zu können.

Es gibt in unserer christlich geprägten Kultur zwar Begräbnisse und Friedhöfe, aber kaum Riten, die einem zeigen, was man im Alltag am Grab tun kann, um die positiven Wirkungen einer Grabstätte für sich zu erfahren. Hier ein paar einfache Hilfen um diese Wirkungen erleben zu können.

-    Nutzen Sie den Weg zum Friedhof, dem Ort, der vom Alltagsleben abgeschieden ist, und lassen Sie die Alltagssorgen hinter sich. Der Friedhof ist ein besonderer Ort eine Art räumliche Auszeit, der den Toten Ruhe und Frieden schenkt.

-    Die größte Wirkung hat ein Besuch am Grab, wenn Sie allein hingehen und sich ganz auf ihre Gedanken einlassen können. Erinnern Sie sich vor allem an das Gute, das der Tote Ihnen hinterlassen hat. Wenn Sie in Begleitung hingehen, unterhalten Sie sich über den Toten und sprechen Sie gemeinsam über ihre guten und evtl. auch schwierigen Erinnerungen.

-    Bringen Sie etwas mit zum Grab - vielleicht eine Blume oder ein Gesteck. Gestalten und pflegen sie das Grab nach Ihren Vorstellungen - ein letzter Dienst an dem Verstorbenen. Dies schafft eine Verbindung zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden. Sie geben dem Toten damit einen guten Platz in Ihrem Herzen. Wenn die Pflege einer Grabstätte sehr viel Mühe macht, gestalten Sie Ihre Grabstätte doch neu, so dass weniger Pflegeaufwand erforderlich ist. Bei der Anlage, Gestaltung und Pflege der Grabstätte steht Ihnen unsere Friedhofsgärtnerei gerne mit Rat und Tat zur Seite.

-    Nicht die Dauer des Friedhofsaufenthalts ist entscheidend. Auch ein kurzer Besuch am Grab kann eine gute Wirkung haben. Sprechen Sie ein Gebet am Grab und stellen Sie sich vor, dass die Pflanzen und der Grabstein auch ein Gebet sind. Sollten dabei Tränen fließen, ist das gut, denn Tränen haben eine heilende Wirkung in Ihrer Trauer. Wünschen Sie dem Toten alles Gute, wenn Sie den Friedhof wieder verlassen. Und sagen Sie sich: ,,Auch mit mir soll es gut weitergehen."

-    Besuchen Sie auch das Grab eines Menschen, der Sie verärgert, enttäuscht oder gekränkt hat, davon kann eine heilende Wirkung für Sie und ihre Familie ausgehen.

-    Lassen Sie die Toten bewusst zurück, wenn sie vom Grab weggehen. Die Toten dürfen auf dem Friedhof bleiben „Es darf vorbei sein". Wenn Sie das spüren, hat der Tote seinen Frieden. Genießen Sie es, langsam wieder in Ihren Alltag zurückkehren zu können. Freuen Sie sich über Ihr Leben. So kann der Besuch an einem Grab von einer lästigen Pflicht zu einer guten Kraftquelle werden.

Viele Menschen sind bemüht, ihren Verlust schnell hinter sich zu bringen und weiterzugehen, um über die Trauer hinwegzukommen. Wenn aber eine wichtige Person stirbt, hinterlässt der Tod eine Leere im Leben derer, die zurückbleiben. Das Leben ist niemals wieder so, wie es vorher war. Dies bedeutet nicht, dass man im Leben nie mehr glücklich sein oder dass die Erfahrung des Verlustes sich nicht in etwas Positives umwandeln kann, aber Trauer hat keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende. Trauer verändert sich mit der Zeit. Sie kann schwächer werden und andere Formen annehmen, ganz verschwindet sie nie.

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