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Bei der großen Renovierung 1962/63 wurde der frühere Gesamteindruck ganz wesentlich verändert. Die überreiche Bemalung nach byzantinischem Vorbild wich einem für heutiges empfinden sicher allzu strengem Weiß und Grau. Die einzigen Farben im Kirchenschiff, für das eine Bestärkung der Möglichkeiten zur Meditation angestrebt wurde, waren den Fenstern vorbehalten. Die alten Kirchenfenster, die Sylter Innungen gestiftet hatten, mussten ohnehin ersetzt werden. Sie waren, nicht zuletzt durch die Nachbarschaft zum Schulhof, arg mitgenommen. Von der  Apsis aus beherrscht neu ein breites Lichtband mit den Motiven der Passion Christi in intensiver Leuchtkraft den Raum.

Drei kleine romanische Fenster hatten zuvor den von Westerländern geschnitzten und gedrechselten AItar erhellt. Wie er verschwanden bei der Renovierung auch die Kanzel und die hohen Wangen der Bänke. Alles war durch ausgemaltes und vergoldetes Schnitzwerk reich verziert. Einzige Zier des neuen, sehr schlichten AItars ist neben den Leuchtern aus dem 17. und 18. Jahrhundert ein Meditationskreuz. Es stammt, wie das Lichtband, aus der Werkstatt des Malers und Bildhauers Siegfried Assmann aus Ahrensburg. Auch die Seitenfenster sind seine Entwürfe. Im Norden sieht man Motive der großen Gleichnisse: Vom Barmherzigen Samariter, vom Verlorenen Sohn und von den Pharisäern und Zöllnern. Die Südfenster zeigen Geschehnisse aus dem Leben Jesu am See Genezareth: Den wunderbaren Fischzug, die Predigt vom Schiff aus und den im Sturm schlafenden Herrn.
Erhalten blieben die reichen Motive im  umlaufenden Geländer der Emporen. Im Zuge der in den letzten Jahren vorgenommenen vorsichtigen farblichen Neugestaltung des Kirchenraumes wurden diese phantasievollen  Kleinode der Schnitzkunst wieder hervorgehoben.

Sehr alt ist der romanische  Taufstein aus Granit. Er stand einst in der Kirche von Eidum, das die von der See bedrängten Bewohner bereits im 15. Jahrhundert verließen. Sie bauten aus den alten Steinen die kleine Dorfkirche im neuen Wohnort Westerland wieder auf. Aus Sicherheitsgründen wählten sie dafür einen Platz weit weg vom Weststrand; so weit, dass die Grenze zum Nachbardorf Tinnum unmittelbar hinter dem 1635 aufgebauten Kirchlein St. Niels verläuft. Doch das damals für wertlos erachtete, vom wandernden Dünensand überdeckte Gelände am Rande der offenen See wurde gut 200 Jahre später beim Aufbau des Bades zum hochbegehrten Bauland.
Um den Ruf des Kurortes auch von Seiten der Kirchengemeinde zu stützen, erhielt St. Nicolai eine
 große Orgel. Die alte Marcussen-Orgel wurde 1963 ersetzt und neu von der Firma Kemper Lübeck gebaut. Sie besitzt drei Manuale und 33 Register. 1990 wurde die Orgel von der Firma Neuthor nach gründlicher Überholung neu intoniert. Die Freunde guter Musik schätzen besonders die gute Akustik von St. Nicolai. Sie bildet nicht nur in der Saison mit ihren Konzerten einen kulturellen Schwerpunkt. 1989 wurde die  Chororgel, ein Schmuckstück neben dem Altar, eingeweiht. Die ausschließlich aus Spenden finanzierte Orgel wurde von der Firma Neuthor Kiel gebaut und hat sieben Register. Bei großen Aufführungen, bei Amtshandlungen und Konzerten ist ihr Klang zu hören.

1991 und 1993 wurden die großen  Leuchter wieder zu altem Glanz erweckt. Der  Kleinere hatte auf dem Dachboden gelagert, der  Große war bei der Restaurierung vor 30 Jahren weiß übersprüht worden.

Seit 1990 können sich Insulaner und Gäste auch in nächtlicher Dunkelheit an der von  angestrahlten Backsteinkirche freuen. Die Strahler verdeutlichen die Harmonie der äußeren Form, die romanische Elemente aufnimmt, im  Spiel von Licht und Schatten noch mehr als das Tageslicht. Gemeinsam verwirklichten die Kirchengemeinde und die Stadt Westerland das Projekt, eines der schönen alten Bauwerke der Stadt hervorzuheben.

St. Nicolai ist wie die Dorfkirche St. Niels außer mittwochs täglich von 9 -16 Uhr geöffnet.

Carla Petersen
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